Boykott des Gästesektors in Luzern

Die Zürcher Südkurve boykottiert heute die polizeilich koordinierte Anreise vom Luzerner Bahnhof zum Stadion sowie den Gästesektor im Stadion. Stattdessen reisen die Fans des FCZ individuell an und verfolgen das Spiel aus dem Sektor hinter dem Tor. Seit zu vielen Jahren sind die Auswärtsspiele in Luzern von einer Polizeistrategie geprägt, die auf Wasserwerfer, Schrot und Pfeffer setzt. Eine alternative Anreise ermöglicht die Umgehung der polizeilich geförderten Eskalation.

Der oft zitierte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war das letzte Spiel in Luzern im August 2017. Auf Druck der Luzerner Polizei wurde die Ankunft des Extrazugs aus Zürich zeitlich nach hinten verschoben, so dass von Beginn an wenig Zeit zwischen Ankunft und Spielbeginn übrigblieb. Im Vorfeld wurde von Seiten der Behörden zugesichert, dass der Stadioneinlass speditiv sein würde, damit alle vor Spielbeginn im Stadion sein würden.

Dem war nicht so. Wie so oft seit der Eröffnung des neuen Stadions in Luzern ging es enorm langsam vorwärts. Wir wissen, dass die Luzerner Polizei einen massgeblichen Einfluss auf das Stadionmanagement und die Eingangskontrollen hat, und nehmen somit an, dass diese Verzögerung bewusst herbeigeführt wurde. Angesichts dessen, dass der Spielbeginn immer näher rückte und immer noch hunderte FCZler vor dem Stadion anstanden, wurde die Stimmung gereizter, bis die Polizei mit dem Wasserwerfer und Pfefferspray in die wartende Menge hineinschoss. Nachdem sich die Situation wieder beruhigt hatte, wurde der Einlass kein bisschen schneller vorangetrieben. Noch eine Viertelstunde nach Spielbeginn standen dutzende Fans des FCZ vor den Drehkreuzen.

Dieses Spiel stellt keine Ausnahme dar, sondern bestätigt die Regel im Umgang der Luzerner Polizei mit Gästefans. Immer wieder werden in Luzern Situationen polizeilich herbeigeführt, deren eskalatives Potenzial von Beginn an für alle absehbar sind, und deren Auswirkungen im Nachhinein wiederum von der Polizei verwendet werden, um den eigenen Repressionsapparat zu legitimieren. Darum hat die Zürcher Südkurve sich dazu entschieden, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, indem man wie im Winter 2012 die behördlich diktierte Anreise sowie den Gästesektor boykottiert.

GMEINSAM UNUFHALTSAM

http://www.suedkurve.ch/aktuell/569/freie_sicht_aufs_fahnenmeer_-_infos_zum_spiel_in_luzern
22. April 2018 | zurück zu Aktuell